Möbel für den öffentlichen Bereich
Qualität, Sicherheit und Funktionalität im Fokus
Möbel in öffentlich zugänglichen Bereichen unterliegen aufgrund der höheren Nutzungsintensität und Beanspruchung anderen Anforderungen als Möbel im privaten Wohnbereich. An Orten, an denen täglich zahlreiche Menschen zusammenkommen, treffen ästhetischer Anspruch, intensive Nutzung und strenge rechtliche Vorgaben aufeinander. Es ist evident, dass Möbel im öffentlichen Raum, sogenannte Objektmöbel, extremen Belastungen standhalten und maximale Sicherheit bieten müssen. Dies ist in Räumlichkeiten wie Hotellobbys, Bibliotheken, Museen, Arztpraxen, Behörden, Schulen oder Co-Working-Spaces der Fall.
Eine sorgfältig durchdachte Material- und Produktwahl trägt nicht nur zur Prävention von vorzeitigem Verschleiß bei, sondern schützt Betreiber auch vor potenziellen rechtlichen Haftungsrisiken und gewährleistet den langfristigen Werterhalt der Investition für die Einrichtung.
Brandschutz und Gesetzliche Auflagen (DIN-Normen)
Bei der Möblierung öffentlicher Objekte ist der Schutz von Menschenleben von primärer Relevanz. Gemäß den gesetzlichen Vorschriften werden für öffentlich zugängliche Gebäudeklassen strenge Brandschutzstandards vorgegeben.
- Schwerentflammbarkeit: Gemäß der in Deutschland geltenden Vorschriften müssen Polstermöbel, Vorhänge und Raumtrenner in der Regel die Brandschutzklasse DIN 4102-1 B1 (schwer entflammbar) beziehungsweise den europäischen Standard DIN EN 13501-1 erfüllen. In anderen Ländern, die nicht der Europäischen Union angehören, finden andere Normen Anwendung, wie beispielsweise BS 5852 Part 2 Crib 5 + in Großbritannien oder der US-amerikanische Brand- und Sicherheitsstandard NFPA 260.
- Zusatztests für Polstermöbel: Spezifische Prüfverfahren wie der Zigarettentest (DIN EN 1021-1) und der Streichholztest (DIN EN 1021-2) dienen dazu, die Sicherheit zu gewährleisten, dass durch unachtsam weggeworfene Zündquellen keine Brände entstehen. Die Kennzeichnung „IMO 7-8“ weist zum Beispiel darauf hin, dass ein Textil die entsprechenden Anforderungen für den maritimen Einsatz erfüllt. Der Stoff kann für Polstermöbel und gepolsterte Ausstattungen auf Schiffen eingesetzt werden.
- Prüfsiegel achten: Bei der Anschaffung von Möbeln für einen Objektbereich ist auf Zertifikate nach DIN EN 16139 (Möbel – Festigkeit, Dauerhaltbarkeit und Sicherheit für den Nicht-Wohnbereich) zu achten.
Tipp: Sie möchten wissen, ob ein bestimmter Bezugsstoff für Ihren spezifischen Einsatzbereich geeignet ist? Bitte verwenden Sie das unten stehende Kontaktformular, um uns Ihre individuelle Anfrage zu übermitteln. Gerne prüfen wir die spezifischen Eigenschaften Ihres ausgewählten Bezugsstoffes und unterstützen Sie bei der Auswahl eines geeigneten Materials für Ihre Objektmöbel.

Strapazierfähigkeit und Materialauswahl
Möbel im Objektbereich werden im Vergleich zu privaten Möbeln einer signifikant höheren Beanspruchung ausgesetzt. In diesem Kontext zeigen sich die Limitationen konventioneller Wohnmöbel.
- Gemäß dem Martindale-Wert werden für den Einsatz im öffentlichen Raum Bezugsstoffe vorausgesetzt, die eine Abriebfestigkeit von mindestens 50.000 bis 100.000 Martindale aufweisen. Es sei darauf hingewiesen, dass für den privaten Gebrauch in der Regel 10.000 bis 15.000 Martindale ausreichend sind.
- Die Licht- und Reibechtheit ist ein wesentlicher Aspekt, der bei der Gestaltung von Räumlichkeiten berücksichtigt werden muss. Insbesondere große Fensterfronten, die eine UV-Einstrahlung ermöglichen, dürfen die Farben nicht ausbleichen lassen. Es wird empfohlen, einen hohen Wert bei der Lichtechtheit (Stufe 5 bis 8) zu bevorzugen.
- Die Verwendung von robusten Trägermaterialien, wie beispielsweise Massivholz, pulverbeschichtetem Stahl oder Aluminium, gewährleistet eine hohe Stabilität und Kippsicherheit des Untergestells. Diese Robustheit ist insbesondere in Fällen von unsachgemäßer Handhabung von Bedeutung.
Hygiene, Reinigung und Pflegeleichtigkeit
Öffentliche Räume stellen spezifische Anforderungen an Hygienekonzeptionen, die einen hohen Grad an Stringenz aufweisen müssen. Es ist essenziell, dass die Materialien täglichen Reinigungszyklen mühelos standhalten.
- Die Beständigkeit gegenüber Desinfektionsmitteln ist ein wesentlicher Aspekt, der bei der Gestaltung von Oberflächen berücksichtigt werden muss. Von besonderer Relevanz ist dabei, dass die Oberflächen der Objektmöbel durch den Einsatz von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln keinerlei Verfärbungen, Beschädigungen oder Veränderungen hinsichtlich ihrer Festigkeit erfahren.
- Nässeschutz und antibakterielle Beschichtungen: Spezielle Kunstleder oder funktionale Textilien, die mit einer Nässeschutz-Membran ausgestattet sind, verhindern das Eindringen von Feuchtigkeit und Keimen in das Schaumstoff-Innere. Dies ist insbesondere im Pflegebereich und in Kliniken von großer Relevanz.
- Fleckschutz: Die Verwendung imprägnierter Oberflächen und HPL-Schichtstoffe (High Pressure Laminate) ermöglicht ein schnelles Abwischen von Speise- und Getränkeresten.
Ergonomie und Barrierefreiheit
Öffentliche Bereiche müssen für alle Menschen zugänglich und komfortabel nutzbar sein, unabhängig von Alter oder körperlicher Verfassung.
- Im Bereich der Ergonomie wird bei der Gestaltung von Möbeln für den Einsatz in öffentlichen Einrichtungen insbesondere auf die Erhöhung der Sitzflächen und die Stabilität der Armlehnen geachtet. Für ältere oder bewegungseingeschränkte Personen erleichtert sich dadurch vor allem das Hinsetzen und Aufstehen.
- Im Hinblick auf die Flexibilität ist es empfehlenswert, bei Möbeln für den öffentlichen Raum auf modular aufgebaute Sitzlandschaften zu achten, die sich flexibel an unterschiedliche Gruppengrößen und Nutzungssituationen anpassen lassen.
- In Bezug auf die Sicherheit ist es bei Möbelstücken für den Einsatz im öffentlichen Raum empfehlenswert, die Gestaltung von Kanten mit abgerundeten Ecken sowie die von Beschlägen, die sich diskret im Hintergrund befinden, zu priorisieren. Dadurch lässt sich das Risiko von Verletzungen im täglichen Publikumsverkehr reduzieren.
Übersicht: Anforderungen nach Einsatzbereich
| Bereich | Hauptherausforderung | Empfohlene Ausstattung |
|---|---|---|
| Gastronomie & Hotel | Flecken, hohe Frequenz, Optik | Schwer entflammbare Stoffe/Kunstleder, Fleckschutz-Textilien |
| Gesundheit & Pflege | Hygiene, Desinfektion, Ergonomie | Abnehmbare und leicht zu reinigende Bezüge, Aufstehhilfen (Sitzhöhe, Armlehnen), abgerundete Kanten |
| Wartebereiche & Ämter | Dauerbelastung | Metallgestelle, Formholz |

Fazit: Nachhaltig investieren in zertifizierte Objektmöbel
Die Wahl der adäquaten Möbel für den öffentlichen Bereich ist dabei nicht allein eine Frage des Designs. Für die erfolgreiche Umsetzung ist eine präzise Abstimmung der relevanten Faktoren erforderlich. Dies umfasst die Brandschutzbestimmungen, die Materialbeständigkeit und die ergonomischen Anforderungen.
Der Einsatz von zertifizierten Objektmöbeln bereits in der Planungsphase eines Bauprojekts ermöglicht eine Reduktion der Kosten für spätere Instandhaltungsmaßnahmen oder vorzeitigen Ersatz. Zudem trägt diese Herangehensweise zur Schaffung einer sicheren und einladenden Atmosphäre für Gäste, Kunden und Mitarbeiter bei.
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